Welche Preisbestandteile sollten wir getrennt erklären?

Einmalige, laufende, nutzungsabhängige und kundenseitige Kosten sollten getrennt und mit ihrer jeweiligen Preisbasis erklärt werden.

Die kurze Antwort

Erklären Sie Preisbestandteile getrennt, wenn sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen, nach verschiedenen Grössen berechnet werden oder von unterschiedlichen Entscheidungen abhängen. Für viele B2B-Angebote sind mindestens einmalige Einführungskosten, laufende Grundkosten, nutzungsabhängige Kosten, optionale Leistungen, Auslagen Dritter und interner Aufwand auf Kundenseite zu unterscheiden.

Zu jedem Bestandteil gehören die Berechnungsgrundlage, der Abrechnungszeitpunkt und die enthaltene Leistung. Bei laufenden Preisen muss klar sein, ob sie pro Monat, Jahr, Standort, Konto oder Nutzungseinheit gelten. Bei einmaligen Leistungen sollten Umfang und Voraussetzungen beschrieben werden. Variable Kosten benötigen eine verständliche Einheit und, wenn möglich, ein realistisches Anwendungsszenario.

Kennzeichnen Sie zudem Währung, Mehrwertsteuer, Mindestlaufzeit, Kündigungsfolgen und mögliche Preisänderungen. Trennen Sie eigene Rechnungspositionen von Kosten externer Anbieter und von Arbeitsaufwand, den der Kunde intern einplanen muss.

Ziel ist keine möglichst lange Preisliste. Ein Unternehmen sollte erkennen können, welche Kosten sicher entstehen, welche von seiner Nutzung abhängen und welche durch Entscheidungen oder eine unvorbereitete Ausgangslage beeinflusst werden.

Ein einzelner Monats- oder Projektpreis reicht für viele B2B-Entscheidungen nicht aus. Zur Grundgebühr können Einführung, Datenübernahme, Schulung, zusätzliche Nutzung, externe Lizenzen oder interner Arbeitsaufwand kommen. Werden diese Positionen vermischt, lässt sich weder das Budget zuverlässig planen noch ein Angebot fair mit einer Alternative vergleichen.

Die Trennung sollte der wirtschaftlichen Realität des Angebots folgen. Zu viele technische Einzelpositionen überfordern, eine einzige Sammelzahl verbirgt jedoch relevante Abhängigkeiten. Sinnvoll ist eine Gliederung danach, wann Kosten entstehen, wodurch sie ausgelöst werden und wer sie verrechnet oder intern trägt.

Die Website muss dabei nicht jede mögliche Sonderleistung bepreisen. Sie sollte die Struktur so weit erklären, dass Interessierte die voraussichtlichen Gesamtkosten verstehen und gezielt angeben können, welche Varianten auf ihren Fall zutreffen.

Einmalige und laufende Kosten unterschiedlich darstellen

Einmalige Kosten entstehen typischerweise für die Vorbereitung oder Einführung einer Leistung. Dazu können Analyse, Konzeption, Einrichtung, Datenübernahme, Anpassung, Schulung oder Projektleitung gehören. Beschreiben Sie nicht nur die Bezeichnung, sondern auch das erwartete Ergebnis. «Einrichtung» ist ohne Umfang kaum prüfbar. Verständlicher ist, welche Systeme, Daten, Rollen oder Arbeitsschritte damit abgedeckt werden und welche Voraussetzungen der Kunde erfüllen muss.

Laufende Kosten finanzieren dagegen die fortgesetzte Nutzung oder Leistung. Nennen Sie die Abrechnungsperiode und die massgebende Einheit. Entscheidend ist etwa, ob ein Preis pro Unternehmen, Standort, Benutzerkonto, betreuter Einheit oder vereinbartem Leistungsumfang gilt. Erklären Sie auch, ob Support, Aktualisierungen, Hosting, Wartung oder regelmässige Beratung enthalten sind.

Die beiden Gruppen dürfen nicht durch eine günstige laufende Zahl oder einen scheinbar vollständigen Projektpreis gegeneinander verdeckt werden. Eine tiefe Grundgebühr sagt wenig aus, wenn eine notwendige Einführung separat berechnet wird. Umgekehrt kann ein höherer Projektpreis wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn darin Leistungen enthalten sind, die andernorts laufend oder zusätzlich anfallen.

Zeigen Sie deshalb zuerst die Kostenstruktur und erst danach mögliche Gesamtszenarien. So bleibt erkennbar, welche Position nur einmal und welche während der gesamten Nutzung anfällt.

Variable, optionale und externe Kosten abgrenzen

Variable Kosten verändern sich mit einer messbaren Nutzung oder einem tatsächlichen Aufwand. Die Berechnungsgrundlage muss deshalb eindeutig sein. Begriffe wie «Transaktion», «Datensatz», «Projekt», «Supportfall» oder «Nutzung» benötigen eine Definition, wenn unterschiedliche Auslegungen möglich sind. Nennen Sie ausserdem, wann gemessen und abgerechnet wird und ob Mindestmengen, Stufen oder Obergrenzen bestehen.

Optionale Leistungen sollten tatsächlich abwählbar sein. Ist eine Position für den beschriebenen Anwendungsfall praktisch notwendig, gehört sie nicht in eine unauffällige Zusatzliste. Erklären Sie, für welche Ausgangslagen die Option gebraucht wird und welche Konsequenz das Weglassen hat. So kann der Kunde entscheiden, statt erst in der Offerte von einer unvermeidbaren Ergänzung zu erfahren.

Kosten Dritter müssen von eigenen Preisen getrennt bleiben. Dazu gehören beispielsweise externe Software, Zahlungsgebühren, Versand, Übersetzungen, Reisen oder spezialisierte Unterauftragnehmer. Nennen Sie, wer den Vertrag mit dem Drittanbieter hält, ob der Betrag direkt oder über Sie verrechnet wird und ob er sich ohne Ihre Entscheidung verändern kann.

Wenn der genaue Drittpreis nicht kontrollierbar ist, versprechen Sie keinen stabilen Betrag. Beschreiben Sie stattdessen die Kostenart, die Berechnungsgrundlage und den Zeitpunkt, an dem der aktuelle Betrag verbindlich geprüft wird.

Interne Aufwände und Gesamtkosten sichtbar machen

Ein B2B-Angebot verursacht häufig auch Arbeit beim Kunden. Fachpersonen müssen Anforderungen klären, Daten bereinigen, Entscheidungen treffen, Inhalte liefern, Tests durchführen oder Mitarbeitende einführen. Dieser Aufwand erscheint nicht auf Ihrer Rechnung, beeinflusst aber Budget, Termin und Erfolg des Vorhabens. Verschweigen Sie ihn deshalb nicht, nur weil Sie ihn nicht selbst verrechnen.

Beschreiben Sie, welche Rollen benötigt werden, welche Aufgaben sie übernehmen und in welcher Projektphase ihre Mitarbeit wichtig ist. Verwenden Sie nur Zeitangaben, die aus vergleichbaren Fällen belastbar ableitbar sind. Fehlt eine verlässliche Grössenordnung, nennen Sie stattdessen die konkreten Arbeitspakete und erklären Sie, wovon deren Umfang abhängt.

Für die Gesamtsicht können Sie mehrere Bestandteile in einem beschriebenen Szenario zusammenführen. Halten Sie dabei eigene Gebühren, Drittleistungen und internen Aufwand weiterhin getrennt. Ein Szenario sollte deutlich machen, welche Annahmen gelten und welche Positionen noch nicht enthalten sind. Es ist keine universelle Gesamtsumme für jeden Kunden.

Ergänzen Sie Währung und Mehrwertsteuerstatus an einer gut sichtbaren Stelle. Steuerliche Aussagen müssen zur konkreten Leistung und zum Kundenverhältnis passen. Ändern sich Sätze oder die steuerliche Einordnung, sollte die Website nicht durch eine fest eingebaute, veraltete Angabe irreführen.

In die Praxis

Dein nächster Arbeitsschritt

Nehmen Sie eine aktuelle Offertvorlage und ordnen Sie jede Position einer dieser Gruppen zu: einmalig, laufend, variabel, optional, extern oder intern beim Kunden. Ergänzen Sie pro Position Leistung, Berechnungsgrundlage, Abrechnungszeitpunkt und notwendige Voraussetzungen.

Prüfen Sie anschliessend, welche Positionen für fast jeden Kunden zwingend sind. Diese dürfen nicht als nebensächliche Zusatzkosten erscheinen. Erstellen Sie aus der bereinigten Struktur ein typisches Szenario, ohne die einzelnen Bestandteile wieder zu vermischen. Ergänzen Sie Währung, Mehrwertsteuerstatus, Laufzeit und ausdrücklich ausgeschlossene Leistungen. Lassen Sie die Darstellung von einer Person prüfen, die bisher keine Offerte für dieses Angebot erstellt hat.

Quellen und Vertiefung
  1. Schweizer Mehrwertsteuersätze, Eidgenössische Steuerverwaltung ESTVOffizielle Referenz für aktuelle Schweizer Mehrwertsteuersätze; relevant für Pflege und Kennzeichnung steuerlicher Angaben.
  2. Preisbekanntgabeverordnung, Schweizerische Eidgenossenschaft, FedlexRelevant, wenn die Preisstruktur nicht ausschliesslich Unternehmen, sondern auch Konsumentinnen und Konsumenten betrifft.